HABICHTSWALDKLINIK
Abteilung Onkologie

Die integrative Onkologie vereint universitäre Medizin,
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Ukrain ©

Alternatives Medikament mehr als fraglich gegen Tumorerkrankungen!

Ukrain wird häufig als alternatives Medikament zur Behandlung von fortgeschrittenen Tumorerkrankungen angeboten. Chemisch betrachtet besteht Ukrain aus Thiophosphorsäure und einem Stoff aus Schöllkraut. Somit enthält es, allerdings in niedriger Dosierung, ein altbekanntes, heute kaum noch eingesetztes Chemotherapiemittel (Thiotepa). Dies wird den Patienten jedoch meistens nicht gesagt. In der vorliegenden Dosierung ist Thiotepa zu  niedrig dosiert, um wirklich als Chemotherapiemittel zu funktionieren. 

Auch die Alkaloide aus dem Schöllkraut hemmen das Wachstum von Tumorzellen. Schöllkraut  wird allerdings in Deutschland nicht mehr als pflanzenheilkundliches Mittel eingesetzt, seit Leberschädigungen aufgetreten sind. 

Laborexperimente und auch einige Tierexperimente zeigen, dass Ukrain das Wachstum von Tumorzellen hemmen kann, sogar zum Absterben von Tumorzellen führt. 

Beobachtungen am Menschen bzw. an Patienten mit Tumorerkrankungen wurden veröffentlicht. Hier beziehen sich die Autoren meistens auf Berichte, dass bestimmte Immunwerte verbessert werden. Was bei diesen Veröffentlichungen jedoch meistens nicht mit berichtet wird, ist der Effekt auf die Tumorerkrankung. 

Einige wenige Untersuchungen wurden veröffentlicht, die über das Therapieergebnis berichten. Diese können jedoch nicht bewertet werden, da meistens nur kleine Patientenzahlen eingeschlossen wurden, und die Patienten in der Regel auch noch eine Reihe weitere Therapien erhielten, sodass der direkte Effekt von Ukrain nicht bestimmbar ist. 

Vor allen Dingen in osteuropäischen Studien entsprechen die Chemo- oder Radiochemotherapien nicht dem internationalen Standard, die Patienten wurden deutlich untertherapiert. 

Wissenschaftlich bewertbar ist eine einzige Studie zu Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs. Hier wurde Ukrain bzw. Ukrain in Kombination mit dem üblichen Chemotherapiemittel Gemcitabin verglichen mit der alleinigen Gabe von Gemcitabin. Die Autoren beschreiben, dass die Gruppe, die Ukrain erhielt, länger überlebte. 

Ukrain ist nicht nebenwirkungsfrei, wie häufig behauptet wird. Es kann bei intramuskulärer Anwendung zu Entzündungen kommen. Patienten erleben Übelkeit und Erbrechen, Schwindel, Müdigkeit und erhöhte Körpertemperaturen. In höheren Dosierungen treten auch Veränderungen des Blutbildes wie bei normalen Chemotherapien auf. 

Ukrain hat Nebenwirkungen, was häufig verschwiegen wird, und leider wissen wir darüber hinaus nichts über mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, wie z. B. mit einer notwendigen Chemotherapie oder mit Schmerzmitteln. 

Ukrain sollte aus allen oben genannten Gründen bei Tumorpatienten nicht angewendet werden. Die immer wieder behaupteten guten Wirkungen von Ukrain wurden bisher in keiner sauberen wissenschaftlichen Studie bewiesen. Die einzelne vorliegende Untersuchung zu Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs müsste zunächst von einer zweiten Wissenschaftlergruppe belegt werden, bevor wir eine Empfehlung für unsere Patienten aussprechen können.

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit
 © Dr. Jutta Hübner, Onkologie

Animationen animierte Augen

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Aktualisiert: Juni 2010

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