HABICHTSWALDKLINIK
Abteilung Onkologie

Die integrative Onkologie vereint universitäre Medizin,
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Salutogenese ©

Salutogenese in der Onkologie


Das Wort
Salutogenese kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Entstehung der Gesundheit“. In die Medizin wurde dieser Begriff von Antonovsky* eingeführt. Salutogenese bildet den Gegenpart zur Pathogenese, der Erklärung der Entstehung von Krankheiten.  

Antonovsky* kam zu der Erkenntnis, dass der Einzelne selbst, also der Patient, wesentlich zu seiner Gesundwerdung beitragen kann. 

Während in der Medizin Therapie häufig die Behandlung von Symptomen bedeutet, so wendet sich die Salutogenese dem Patienten in einem ganzheitlichen Ansatz zu. Nicht einzelne Symptome, sondern der gesamte Mensch wird behandelt. Ein weiteres wichtiges Merkmal des Salutogenese - Konzeptes ist, dass dem Betroffenen selbst Kompetenz und die entscheidenden Kräfte zugesprochen werden, die zu seiner Gesundung beitragen.  

Antonovsky schuf den Begriff des „Kohärenzgefühles“. Dies bedeutet, dass der einzelne Patient in dem sicheren Vertrauen lebt, dass er auf ein Leben und damit auch seine Gesundheit entscheidenden Einfluss hat und den inneren und äußeren Einflüssen begegnen kann. Hierzu gehört zunächst, dass äußere Einflüsse erfahrbar, erfassbar und erklärbar sind. Ein weiteres wichtiges Element ist, dass dem Betroffenen Ressourcen zur Verfügung stehen, die ihm eine Antwort auf die äußeren Einflüsse ermöglichen. Daraus resultiert, dass es sich für den einzelnen lohnt, sich den Herausforderungen der Umwelt mit Anstrengung und Engagement zu stellen. 

Versteht man Gesundheit nicht als Abwesenheit von Krankheit, sondern als Anwesenheit von Lebensqualität, so ergeben sich insbesondere in der Onkologie neue Denkansätze. Salutogenese gibt als Modell hiermit dem Patienten eigene Kompetenz an seiner Gesundwerdung, seiner Therapie mitzuwirken. Dieses Modell lässt sich nicht nur auf die Situation der heilbaren Tumorerkrankung, sondern auch auf Situationen von fortgeschrittenen Tumorleiden anwenden. 

Kohärenz entwickelt sich aus drei Elementen:

  1. der Fähigkeit, die Zusammenhänge des Lebens zu verstehen
  2. der Überzeugung, das eigene Leben gestalten zu können
  3. dem Glauben, dass das Leben einen Sinn hat

Im Konzept der Salutogenese enthalten sind Schritte, die den Körper und die Seele befähigen, mit Erkrankungen selber fertig zu werden. Hierdurch liegt der Fokus weniger auf der symptomatischen Therapie, z. B. durch Tabletten und andere Medikamente als vielmehr auf unterschiedlichsten Maßnahmen, die Selbstheilungskräfte fördern. Hierzu gehören als wesentliche Elemente Ernährung, Bewegung, psychosoziale Kompetenz. 

Neben der innerlichen Bereitschaft zu Eigenkompetenz und Eigenwirksamkeit erfordert Salutogenese, dass der einzelne in seinem sozialen Umfeld gesehen wird. Wesentlichen Einfluss haben neben der diagnostizierten Erkrankung auch die Lebensverhältnisse des Patienten. Nur unter Einbeziehung der bisherigen Lebensgeschichte und Berücksichtigung des Lebensumfeldes und seiner Perspektiven ist es möglich, den Einzelnen im Rahmen eines salutogenetischen Konzeptes zu betreuen. 

Salutogenese trägt ganz entscheidend zur Lebensqualität bei Tumorpatienten bei.

Neben der unmittelbaren Beteiligung an der Therapieentscheidung, neben dem den Patienten an die Hand gegebenen Möglichkeiten der komplementärenTherapie stellen Bewegung und Ernährung wesentliche Säulen der Therapie dar. Dazu kommt, dass Patienten im Rahmen eines salutogenetischen Konzeptes häufig eine wesentlich bessere psychosoziale Einbindung erreichen und erleben und dies wiederum unmittelbare positive Auswirkung auf den Krankheitsverlauf haben kann. 

Selbstwirksamkeit und Selbstbestimmung sind in der Verarbeitung der Diagnose und während der Zeit der Therapie und darüber hinausreichend bedeutsam.

Gelingt es, mit Patienten ein Konzept der Selbstwirksamkeit (Salutogenese) aufzubauen, so wird der lange Weg einer onkologischen Therapie besser und konsequenter beschritten werden. Die Erfahrung zeigt, dass Nebenwirkungen geringer sind als bei Patienten, die sich dem System der onkologischen Therapie hilflos ausgeliefert fühlen.  

Dies bedeutet nicht, dass nicht auch negative emotionale Reaktionen wie Trauer, Wut und Angst zum Ausdruck gebracht werden können. Sie sind ebenfalls wesentliche Elemente eines Konzeptes der Eigenverantwortung und Selbstwirksamkeit. Sie in geeigneter Form zum Ausdruck bringen zu können, ist Ausdruck einer sozialen Kompetenz und Akzeptanz der eigenen, menschlichen Persönlichkeit.  

Salutogenese bedeutet Selbstbestimmung, Persönlichkeitsentfaltung und das Gefühl der Selbstwirksamkeit. Salutogenese stellt für onkologische Patienten eine Ergänzung und kein alternatives Konzept dar. Eine Ergänzung allerdings, die einen wesentlichen Beitrag zur Therapie und dem Ziel der Lebensqualität leistet.

*Aaron Antonovsky (* 1923 in Brooklyn, New York, NY, USA; † 7. Juli 1994 in Beerscheba, Israel) war Professor der Soziologie und wird als der Vater der Salutogenese betrachtet.

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit
 © Dr. Jutta Hübner, Onkologie

Animationen animierte Augen

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Aktualisiert: Juni 2010

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