HABICHTSWALDKLINIK
Abteilung Onkologie

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Komplementäre Onkologie ©  

Vitamine und Spurenelemente in der komplementären Onkologie  


Komplementäre Onkologie: Einleitung 

Vitamine und Spurenelemente gehören zu den häufigsten komplementären Therapien, die Patienten mit Krebserkrankungen anwenden. 

Trotz dieses hohen Interesses und häufigen Gebrauches gibt es nur relativ wenig zuverlässige Erkenntnisse, die Aussagen zur Effektivität dieser Maßnahmen und ihrer Sicherheit erlauben. 

Komplementäre Onkologie: Was sind die Grundlagen für den Gebrauch von Vitaminen und Spurenelementen bei Krebspatienten? 

Im Körper entstehen im Rahmen des normalen Stoffwechsels und durch das Einbringen ähnlicher Substanzen ständig Abbauprodukte (Radikalen), die die Erbsubstanz (DNA) schädigen können. Erfolgt diese Schädigung an bestimmten Stellen in der Erbsubstanz, kann dies über weitere Schritte zur Entstehung von Krebszellen führen. Diese sogenannten Radikalen werden im Körper in der Regel effektiv abgefangen und unschädlich gemacht. Dies geschieht durch verschiedene Stoffwechselvorgänge, an denen vielfach Enzyme mitwirken. 

Diese Enzyme benötigen Vitamine und Spurenelemente, um im Stoffwechsel aktiv sein zu können. Mittlerweile wissen wir, dass es weitere wichtige Substanzen gibt, die für die Entgiftung von Radikalen erforderlich sind. Hierzu gehören viele der sogenannten sekundären Pflanzenstoffe. Der Oberbegriff für diese Spurenelemente, Vitamine und sekundären Pflanzenstoffe ist Antioxidantien. Beispiele sind Selen (Spurenelement), Vitamin A und eine Vorstufe davon, das Beta-Carotin, Vitamin C und Vitamin E (Vitamine) Anthozyane, Coumarine, Quercitin, Isoflavone und Lycopin (sekundäre Pflanzenstoffe) sowie viele weitere – wahrscheinlich zehntausende von einzelnen Substanzen. 

Die Entgiftung von Radikalen erfolgt in der Regel über eine ganze Kaskade von Stoffwechselschritten, so dass Produkte entstehen, die über die Leber oder Niere ausgeschieden werden. 

Komplementäre Onkologie: Was wissen wir über Antioxidantien im Hinblick auf eine Krebserkrankung? 

Zunächst zeigten Studien an großen Bevölkerungsgruppen, dass der vermehrte Verzehr von Obst und Gemüse mit einer verminderten Häufigkeit von Krebserkrankungen einhergeht. Hieraus wurde gefolgert, dass die in Obst und Gemüse besonders vielfach enthaltenen Vitamine präventiv wirken. 

Bei einzelnen Krebsarten wurde auch für bestimmte Vitamine, Mineralien und Spurenelemente ein schützender Effekt nachgewiesen.

Aufbauend auf diesen Erkenntnissen wurden in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe von Studien durchgeführt, bei denen einzelne Vitamine oder eine Vitamin-Kombination an Gesunde gegeben wurde mit dem Ziel, Krebserkrankungen gezielt vorzubeugen. Bisher hat man feststellen müssen, dass alle diese Studien nicht zum gewünschten Erfolg führten, in einigen Untersuchungen kam es sogar der Vitamingabe zu einer höheren Rate von Krebs- und anderen Erkrankungen, z. B. bei den Rauchern. 

Allgemein ist es sehr schwierig, bei einer Untersuchung von (gesunden) Bevölkerungsgruppen die Wirkung einzelner Nahrungsinhaltsstoffe nachzuweisen. So verhalten sich z. B. Menschen, die viel Obst und Gemüse essen auch in anderer Hinsicht gesundheitsbewusst (sie treiben mehr Sport, rauchen nicht etc.), was ebenfalls zu einer Senkung der Krebshäufigkeit führt. Die einzelnen Effekte sind also kaum auseinander zu halten. 

Komplementäre Onkologie: Wie ist es zu erklären, dass die eigentlich als gesund geltenden Vitamine bei zusätzlicher Zufuhr nicht besonders nützlich sind?

Hierzu gibt es noch keine eindeutige wissenschaftliche Erklärung. Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass im Stoffwechsel die Entgiftung von krebserregenden Substanzen über zahlreiche Schritte erfolgt, die nacheinander ablaufen müssen. Vitamine können nur einzelne Schritte fördern, für andere sind z. B. die sekundären Pflanzenstoffe erforderlich, die jedoch in den Vitamintabletten nicht enthalten sind. 

Komplementäre Onkologie: Was gilt es bei der Einnahme von Vitaminen und Spurenelementen während einer Chemotherapie oder/und Bestrahlung zu beachten? 

Während einer Chemotherapie oder Bestrahlung kommt es ebenfalls zur Entstehung von für die Zelle giftigen Verbindungen. Darauf beruht die Wirkung und leider auch die Nebenwirkung der Therapie. 

Viele Patienten nehmen während einer Chemotherapie oder Bestrahlung Vitaminpräparate und/oder Spurenelemente ein. Erfolgt dies in niedrigen Dosierungen wie sie auch in der Nahrung vorkommen (physiologische Dosierung) ist vermutlich nichts dagegen einzuwenden. 

Zu den einzelnen Vitaminen gibt es in der Kombination mit bestimmten Chemotherapien Hinweise, dass Nebenwirkungen abgeschwächt werden können. Dies führt dazu, dass vielfach auch hoch dosierte Vitamineinnahmen während einer Chemotherapie empfohlen werden. Viele Patienten berichten, dass es ihnen unter Vitamineinnahme besser geht. 

Leider ist – bis auf wenige Ausnahmen – noch nicht geklärt, ob die Abschwächung der Nebenwirkungen über einen Schutz gesunder Zellen nicht parallel geht und einer Abschwächung der gewünschten Wirkung auf die Tumorzellen. Diese Unsicherheit führt dazu, dass die Ratschläge für Patienten zur Vitamin- und Spurenelementeinnahme während einer Chemotherapie sehr unterschiedlich sind. Eine höher dosierte Einnahme sollte auf jeden Fall mit einem erfahrenen und für die Diskussion offenen Onkologen oder Strahlentherapeuten abgestimmt oder auf die Zeit nach der Therapie verschoben werden. 

So kann z. B. der gezielte Einsatz von Selen während einer Chemotherapie, insbesondere mit der sehr giftigen Substanz Cisplatin eindeutig Nebenwirkungen vermindern. Diese Kombination führt nicht zu einer Wirkungsabschwächung des Cisplatin auf die Tumorzellen, sondern zu einer Wirkungsverstärkung.

Ein weiteres positives Beispiel ist die Seleneinnahme nach einer Bestrahlung. Es konnte gezeigt werden, dass die Ödembildung wesentlich vermindert werden kann.

Auch die Einnahme von Vitamin E nach einer Bestrahlung kann möglicherweise Folgeerkrankungen (z. B. Fibrose) vermindern. 

Grundsätzlich gilt, dass gesunde Ernährung und leichtes körperliches Training helfen, die Therapie besser zu verkraften. 

Komplementäre Onkologie: Einnahme von Vitaminen und Spurenelementen in der Regenerationsphase 

Nach Abschluss der Chemotherapie und/oder Bestrahlung muss sich der gesamte Organismus von den nicht unerheblichen Belastungen erholen. Hierbei sind gesunde Ernährung und leichtes körperliches Training hilfreich.

Für Patienten, die während der Therapie nur eingeschränkt die Regeln einer gesunden Ernährung einhalten konnten (z. B. wegen Übelkeit, Schleimhautentzündungen, Durchfällen), kann eine gezielte Einnahme einer Kombination aus Vitaminen und Spurenelementen sinnvoll sein. Die Regeln einer gesunden Ernährung sind trotzdem einzuhalten, da nur sie eine ausgewogene Bereitstellung auch der sekundären Pflanzenstoffe ermöglicht.

Wegen der bei längerfristiger Einnahme nicht ganz auszuschließenden Schädigung (zumindest durch manche Vitamine und Spurenelemente) sollte die Einnahmedauer sowie Dosierung mit einem darin erfahrenen Arzt abgestimmt werden. 

Eine Indikation für eine längerfristige Einnahme von Vitaminen und Spurenelementen stellen andauernde Ernährungsstörungen dar wie sie z. B. nach größeren Operationen im Magen-Darm-Bereich, bei Stoffwechselstörungen oder schweren Allergien bestehen. 

Komplementäre Onkologie: Kann die dauerhafte Einnahme von Vitaminen und Spurenelementen die Rückkehr der Erkrankung verhindern oder verzögern? 

Alle Versuche, durch gezielte Einnahme von Vitamin- und Spurenelement-Präparate das Wiederauftreten einer Krebserkrankung zu verzögern oder zu verhindern, haben bisher in wissenschaftlich durchgeführten Studien nicht die gewünschten Erfolge gezeigt. Auch hier dürfte ein Grund sein, dass genau wie in der primären Prävention ohne die ausgewogene Zufuhr sekundärer Pflanzenstoffe nicht alle erforderlichen Stoffwechselschritte beschleunigt werden können. 

Komplementäre Onkologie: Was ist von Präparaten mit sekundären Pflanzenstoffen zu halten? 

Das hohe Bedürfnis von Patienten nach Schutz vor einer Krebserkrankung wird auch von zahlreichen Anbietern genutzt, die zunehmend Präparate mit einzelnen sekundären Pflanzenstoffen und Kombinationspräparate auf den Markt bringen. Genauso wie mit Zufuhr von einzelnen Vitaminen dürfte mit der Zufuhr von einzelnen sekundären Pflanzenstoffen kein wesentlicher Erfolg zu erzielen sein. Ob – wie von den Herstellen behauptet – in Kombinationspräparaten wirklich alle Inhaltsstoffe von Obst und Gemüse enthalten sind, dürfte kaum nachzuweisen sein, da die Anzahl der Einzelsubstanzen bei den sekundären Pflanzenstoffen vermutlich in die Zigtausende geht. Auch bleibt mehr als fraglich, ob alle Inhaltsstoffe durch die Aufbereitung in Tablettenform in aktiver Form erhalten bleiben.

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 © Dr. Jutta Hübner, Onkologie

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Aktualisiert: Juni 2010

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