HABICHTSWALDKLINIK
Abteilung Onkologie

Die integrative Onkologie vereint universitäre Medizin,
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Immunsystem ©

 Das Immunsystem und seine Aufgaben in der Krebstherapie

Das Immunsystem hat die wichtige Aufgabe, den Körper vor fremden Einflüssen, insbesondere Krankheiten, zu schützen. Dabei stellt es eine Art Polizei im Körper dar, die sowohl von außen eindringende Krankheitserreger wie z. B. Viren und Bakterien angreift, als auch im Körper selbst befindliche körperfremde Strukturen erkennen kann. Letztere Funktion wird z. B. bei der Organtransplantation deutlich, bei der nur mittels Unterdrückung des Immunsystem s ein Überleben des fremden Organs in unserem Körper möglich ist.

Das Immunsystem kann auch gegen Krebszellen aktiv werden. Es ist sogar so, dass die meisten Krebszellen in einem sehr frühen Entstehungsstadium vom Immunsystem so effektiv bekämpft werden, dass es nicht zu einer eigentlichen Erkrankung kommt.  

Krebszellen zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass sie zu schnellen genetischen Veränderungen in der Lage sind. Aufgrund dieser Variabilität ist es möglich, dass Krebszellen verschiedene Abwehrmechanismen gegen das Immunsystem entwickeln.

Um dies zu verstehen, muss man die Funktion des Immunsystems kennen: 

Das Immunsystem besteht aus verschiedenen Zellen, die unterschiedliche Aufgaben haben. Für die Abwehr von Tumorzellen sind insbesondere bestimmte sogenannte T-Lymphozyten und Killerzellen erforderlich. Diese können den „Gegner“ jedoch nur erkennen, wenn sie durch unterstützende Zellen darauf aufmerksam gemacht werden. Grundsätzlich reagieren angreifende Immunzellen auf bestimmte Zellstrukturen, die wir als Antigene bezeichnen. Diese Antigene müssen den angreifenden Immunzellen zunächst von antigenpräsentierenden Zellen gezeigt werden. Die so aktivierten Immunzellen sind dann in der Lage, das Antigen auch auf der Oberfläche der Krebszelle zu erkennen und die Krebszelle gezielt anzugreifen. Wichtige antigenpräsentierende Zellen sind die sog. Dendritischen Zellen.

Für das Immunsystem ist von hoher Bedeutung, körpereigene gesunde von fremden oder kranken Zellen zu unterscheiden. Hierzu dienen Oberflächenmarker auf der Zelloberfläche, die bei jedem Individuum einzigartig sind, so dass „selbst“ von „fremd“ über diese Marker unterschieden wird. Die Zellen des Immunsystem s lernen in ihrem Heranreifungsprozess diese Unterscheidung. Gelingt dies nicht eindeutig, kann es z. B. zu Angriffen auf körpereigene gesunde Zellen kommen. Hierdurch entstehen sog. Autoimmunerkrankungen wie z. B. Rheuma, Vaskulitis, Colitis ulcerosa etc., die zum Teil lebensgefährlich sein können. Deshalb sind in der Evolution des Menschen verschiedene Mechanismen entstanden, die diese Entwicklung einer Autoimmunität verhindern helfen.

Bei der Entstehung einer Krebserkrankung im Körper besteht somit für das Immunsystem das Problem, diese aus körpereigenen gesunden Zellen entstandenen Krebszellen als fremd und gefährlich zu erkennen. Durch die Aktivität des Immunsystem s wird auf die Krebszellen ein Selektionsdruck ausgeübt, so dass nur Krebszellen überleben können, die primär für das Immunsystem nicht zu erkennen sind.

Je weiter sich die Krebszellen entwickeln, desto klarer unterscheiden sie sich von gesunden Zellen, so dass es doch zu Angriffen des Immunsystem s kommen kann. 

Nach der Antigenpräsentation binden sich die angreifenden Immunzellen an die Krebszelle an der Stelle des Antigens. Hierzu benötigen sie jedoch eine zweite Stelle als „Anker“, um aktiv werden zu können. 

Da Krebszellen zu raschen genetischen Veränderungen in der Lage sind, kann es unter dem Selektionsdruck der Angriffe des Immunsystem s dazu kommen, dass Abwehrmechanismen innerhalb der Krebsgeschwulst entstehen. Hierzu gehören Botenstoffe, die innerhalb des Krebsknotens die Aktivität von Immunzellen herabmindern. Außerdem verlieren Krebszellen auf ihrer Oberfläche die Strukturen, die als Ankermoleküle die Anbindung der Immunzellen ermöglichen würden, d. h. selbst wenn aktivierte angreifende Zellen das eigentliche Antigen erkennen, kann keine Abtötung der Tumorzellen erfolgen. Die Unterstützung des Immunsystem s beim Angriff auf Tumorzellen ist wesentliches Ziel der aktuellen wissenschaftlichen Forschung. Leider führen die meisten der heute angewandten Tumortherapien eher zu einer Unterdrückung des Immunsystem s wie z. B. die Chemotherapie, aber auch die Strahlentherapie.

Neue Untersuchungen zeigen, dass sich in der Gruppe der die Tumorzellen angreifenden T-Lymphozyten einzelne Lymphozyten befinden, die die Immunreaktion unterdrücken (regulatorische T-Lymphozyten). Mit aufwändigen Untersuchungen sind sie von den übrigen Abwehrzellen zu unterscheiden. Chemotherapiemittel führen zu einem Rückgang der regulatorischen Lymphozyten, sodass möglicherweise sogar durch eine Chemotherapie (wenn es keine Hochdosis-Therapie ist) positive Wirkungen auf das Immunsystem ausgelöst werden können.

Außerdem schädigen Chemo- und Strahlentherapie die Abwehrmechanismen der Tumorzellen gegen das Immunsystem und können damit auch einen positiven Beitrag leisten.

Patienten haben deshalb den Wunsch, aktiv etwas für das Immunsystem zu tun. Hierzu sind allgemeine Maßnahmen wie gesunde Ernährung und körperliche Aktivität, eine gute psychoonkologische Begleitung und Unterstützung durch die Familie und den Freundeskreis von sehr hohem, leider oft unterschätztem Wert. Auch Entspannung und die Möglichkeit, Momente der Freude zu genießen tragen zur Stabilisierung des Immunsystem s bei.

Die Immunzellen benötigen für ihre Arbeit wichtige Inhaltstoffe der gesunden Ernährung wie Vitamine und Spurenelemente. Aus diesem Grund werden diese Substanzen oft für Patienten in Medikamentenform empfohlen. Es muss jedoch eine sorgfältige Abstimmung mit der Chemotherapie oder Bestrahlung erfolgen, da Vitamine und Spurenelemente zum Teil auch in der Lage sind, die Wirksamkeit von Chemotherapiemitteln oder einer Bestrahlung negativ zu beeinflussen. Wenn Sie kein Arzt berät, der sich mit diesen Themen sehr gut auskennt, so empfehlen wir eine höher dosierte Einnahme erst nach Abschluss der Therapie oder in längeren Therapiepausen.

Naturheilkundlich kann das Immunsystem durch eine Misteltherapie, eine Thymustherapie oder auch die Hyperthermie unterstützt werden. Diese Methoden sind jedoch relativ unspezifisch. Sie führen zu einer Aktivierung des Immunsystem s, ohne dass bisher nachgewiesen werden konnte, dass diese aktivierten Zellen gezielt gegen den Tumor vorgehen. In jetzt laufenden und weiteren wissenschaftlichen Studien muss gezeigt werden, wie diese Therapien in Verbindung mit den weiteren Therapien optimal eingesetzt werden können. (Lesen Sie auch unsere Artikel Misteltherapie, Naturheilkunde oder Phytotherapie bei Krebserkrankungen.) 

Das Immunsystem kann beim Angriff gegen eine Tumorerkrankung auch durch die Gabe von im Labor erzeugten Antikörpern (siehe auch Artikel Antikörper in der Onkologie) unterstützt werden. Außerdem setzen Forscher Hoffnung in die Entwicklung von Impfstoffen aus dem Tumorgewebe (siehe auch Artikel Tumorimpfung).

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit
 © Dr. Jutta Hübner, Onkologie

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Aktualisiert: Juni 2010

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