HABICHTSWALDKLINIK
Abteilung Onkologie

Die integrative Onkologie vereint universitäre Medizin,
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Haelan951 ©

"Die 5 Superstars im Soja“ für Tumorpatienten?

Haelan951 bzw. Haelan951 immun plus besteht aus Sojaextrakt mit Isoflavonen, Phytosterolen, Proteaseinhibitoren, Phytinsäure und Saponinen. Es wird als „die 5 Superstars im Soja“ für Tumorpatienten empfohlen.  

Für jede der einzelnen Substanzen liegen eine Reihe von Laboruntersuchungen, z. T. auch Tierexperimenten vor, die die Wirksamkeit zur Prävention von Tumorerkrankungen und zumindest in Laborexperimenten auch die direkte Wirkung gegen Tumorzellen belegen. 

Angeregt wurden die Forschungen durch die Erkenntnisse, dass bestimmte Tumorerkrankungen bei Asiaten wesentlich seltener vorkommen. Hierzu gehören die hormonabhängigen Tumoren, wie insbesondere Brustkrebs und Prostatakrebs.

Dies dürfte mit dem Gehalt an Phytosterolen und Isoflavonen zusammenhängen, die zu den sogenannten Phytoöstrogenen gezählt werden. Beginnt ein Mensch bereits in der Jugend mit dem regelmäßigen Verzehr dieser Phytoöstrogene, so werden bei beiden Geschlechtern antihormonelle Wirkungen ausgelöst. Beim Mann bilden Phytoöstrogene direkte Gegenspieler zum Testosteron, bei der Frau hemmen die schwächeren Phytoöstrogene die starke Wirkung der Östrogene.  

Weniger klar ist jedoch, ob der Einsatz der Phytoöstrogene auch beim bereits Erkrankten zum gewünschten Erfolg führt. Hier liegen bisher erst Labor- und Tierexperimente vor. Zu den Isoflavonen, zu denen insbesondere Genistein gehört, sind die Ergebnisse ausgesprochen widersprüchlich. Prostatakarzinomzellen werden im Wachstum gehindert, Mammakarzinome können jedoch auch gefördert werden. Auch im Tierversuch sind die Ergebnisse widersprüchlich. Aus diesem Grund wird in der wissenschaftlichen Medizin Patientinnen mit Brustkrebs und anderen hormonabhängigen Tumoren von der medikamentösen Zufuhr von Isoflavonen ausdrücklich abgeraten. 

Insbesondere die Behauptung einer Verbesserung der Wirkung von Tamoxifen ist für Isoflavone aus Soja in Tierexperimenten in Frage gestellt worden. Die Empfehlung der Kombination mit Aromatasehemmern ist für Frauen mit Brustkrebs aus wissenschaftlicher Sicht fragwürdig, da bei kompletter Herabregulation der körpereigenen Östrogene Phytoöstrogene am Rezeptor wirken können.

Der Behauptung, dass die Isoflavone in Haelan951 nur auf die „guten“ Östrogen-Beta-Rezeptoren wirken, nicht jedoch auf die „schädlichen“ Östrogen-Alpha-Rezeptoren, wird durch die Untersuchungen, die eine Wachstumsförderung zeigen, in Frage gestellt. 

Für Haelan951 wird versprochen, dass es die Chemo- und Strahlentherapie optimiert. Hierzu werden Laboruntersuchungen angeführt, die zeigen, dass bestimmte Regulations- und Stoffwechselvorgänge in der Tumorzelle so verändert werden, dass dies die Wirkung einer Chemo- oder Strahlentherapie begünstigt. Auch die Gefäßbildung der Tumorknoten wird verändert.

Alle diese Daten sind bereits aus wissenschaftlichen Studien zu den Einzelsubstanzen, die in Haelan951 enthalten sind, bekannt.  Es stellt sich die Frage, ob der Patient nicht genauso gut, wenn er diese Effekte erreichen möchte, andere Phytoöstrogenpräparate oder Sojapräparate zu sich nehmen kann.

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit
 © Dr. Jutta Hübner, Onkologie

Animationen animierte Augen

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Aktualisiert: Juni 2010

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