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HABICHTSWALDKLINIK
Die integrative
Onkologie vereint universitäre Medizin, Unser Informationsservice zum Thema:
Ganzheitliche Medizin Zukunft gestalten durch ganzheitliche Medizin – ganzheitliche Onkologie Ein Widerspruch? Ist ganzheitlich nicht ein Traum von einer längst vergessenen Zeit, wo alles noch einfach und gut war? Ist ganzheitlich nicht angesichts immenser Fortschritte überholt? Zukunft gestalten wollen bedeutet zunächst eine Entscheidung für das Jetzt. Es bedeutet heute und hier ein Fundament zu legen. Es bedeutet auch, dass wir wissen müssen, was und warum, zu welchem Zweck bauen wir. Erst aus einer zukunftsweisenden Idee auf einem sicheren Fundament wird eine Vision, die Vision einer menschlichen Medizin. Ganzheitliche Medizin - Lassen Sie mich 3 Fragen diskutieren: 1) Was bedeutet ganzheitlich? Auf welchem Fundament stehen wir? 2) Was bedeutet ganzheitliche Onkologie – für den Patienten? – für den Arzt? 3) Was bedeutet dies für die Gesellschaft? Ganzheitliche Medizin - 1) Was bedeutet ganzheitlich? Ganzheitlich möchte ich definieren als Wahrnehmung des Menschen als Geschöpf aus Körper, Seele und Geist. Der Begriff Körper bedarf hier keiner weiteren Definition oder Erläuterung. Er umfasst die stofflich-anfassbaren, sicht- und erfassbaren, messbaren Seinsaspekte. Seele möchte ich
verstanden wissen als das Zusammenspiel unserer Empfindungen und Emotionen.
Seele ist etwas nicht Stoffliches, das wir aber durchaus in modernem
naturwissenschaftlichem Verständnis als hochkomplexes Zusammenspiel von
Nervenimpulsen verstehen können. Unmittelbar mit der Vorstellung Geist verbunden sind die Ideen von Willen und freiem Willen und der Möglichkeit der freien Entscheidung. Experimente, die Gegenteiliges beweisen wollen, verletzen nicht nur unser instinktives Grundverständnis von Geist und Willen, sondern bleiben auch auf einer Erkenntnisebene, die der Definition Geist nicht entspricht. Mit freiem Willen und der freien Entscheidungsmöglichkeit für unsere eigenen Handlungen oder zumindest für unser Denken untrennbar verbunden ist das Thema der Verantwortung. Damit stellt „Geist“ auch die Frage nach dem Sinn des Lebens, meines individuellen Lebens. Unabhängig von meiner eigenen Überzeugung, also der kulturellen religiösen, philosophisch ethischen Einbindung scheint das Konzept von Verantwortung und Sinn interkulturell vermittelbar. Es ist vielleicht eine Besonderheit unserer westlichen Kultur, die Verantwortung des Individuums im Gegensatz zum Kollektiv und die Möglichkeit der eigenen Sinnsuche und Sinnsetzung, ja sogar Sinnschaffung, zu bejahen. Ganzheitliche Medizin - 2) Was bedeutet ganzheitliche Onkologie – für den Patienten? – für den Arzt? Die Krebserkrankung bedeutet zunächst eine Absurdität. Sie negiert Zukunft und damit den Sinn meines Lebens, zumindest das, was ich bisher als Sinn empfunden habe. Hier erahnen wir bereits die therapeutische Kraft einer ganzheitlichen Onkologie. Für Patienten ist die Erfahrung der Verknüpfung von Körper und Seele unmittelbar. Diagnose und Therapie beeinflussen in wechselndem Ausmaß beide Bereiche und es ist unmittelbar erlebbar, dass eine Veränderungen der einen Seite auf die andere Einfluss hat. Ganzheitliche Medizin sollte sich deshalb mit den Bereichen Körper und Seele auseinandersetzen. Die Krebserkrankung entsteht durch Tumorzellen im Körper. Sie wirken körperzerstörend. Ursache der Krebserkrankung sind nach unseren modernen Erkenntnissen Vorgänge auf der zellulären Ebene, die wir vollständig dem körperlichen Bereich zuordnen können. Diagnosebedingt kommt es zu seelischen Veränderungen. Die Diagnose Krebs wird als Erschütterung, Verlust des Vertrauens in meinen Körper, meine Zukunft, meine Seele und mein Ich empfunden. Die Diagnose löst Angst und Wut aus. Warum ich? - Es gibt verschiedene Antworten auf diese Frage unserer Patienten. Krankheit als Schicksal, als von Gott gesandte Prüfung? Krankheit hat keinen Sinn. Aber es gibt verschiedene Antworten auf die Frage, welchen Sinn hat mein Leben noch - jetzt erst recht? Der entscheidende Satz ist: Leben hat einen Sinn, auch jetzt und bis zuletzt. Und es kann sein, dass ich erst durch die Krankheit auf die Suche nach dem Sinn gehe. Da wir Menschen behandeln, müssen wir ihre Würde und freie Entscheidung, ihre Antwort auf die Sinnfrage berücksichtigen. Das Bekenntnis zur Verantwortung und Autonomie, sowohl als Eigenverantwortung des Patienten als auch als Verantwortung des Arztes kann wegweisend in der Therapieentscheidung sein. Respektiere ich für den Patienten, für den onkologischen Patienten, den Dreiklang aus Körper-Seele-Geist, so sind meine Therapiemöglichkeiten als Arzt umfassend. Patienten verstehen unter ganzheitlicher Onkologie auch einen Dreiklang aus Schulmedizin, Psychoonkologie und Naturheilkunde. Die Schulmedizin sieht sich der wissenschaftlichen Erforschung von Zusammenhängen verpflichtet. Sie hat in der letzten Zeit große Fortschritte gebracht, kann auch heilen oder das Leben zumindest verlängern. Zunehmend wird auch in der Schulmedizin die Frage nach der Lebensqualität deutlich. Hier wird berücksichtigt, dass der individuelle Patient erkrankt ist und dass Maßstäbe gelten, die nur vom Einzelnen gesetzt werden können. Evidenzbasierte Medizin erhält ihre eigentliche Begründung, indem sie nicht das Kollektive sieht, sondern auf übergeordneten wissenschaftlichen Regeln aufbauend die optimale Lösung für den einzelnen Patienten sucht. Der Lebensqualität-Begriff bildet auch die Brücke zum 2. Behandlungsansatz: der Psychoonkologie. Auch die Psychoonkologie ist eine wissenschaftlich fundierte Therapie. In der Behandlung von Krebspatienten hat eine psychologische Behandlung zahlreiche Aufgaben. Sie ermöglicht es dem Patienten, diese Diagnose und die damit verbundene Therapie auszuhalten. Sie hilft, äußere Unterstützung und innere Ressourcen zu finden. Sie klärt über Zusammenhänge zwischen Krebs und Seele auf, entlastet von unsäglichen Schuldzuweisungen (Stichworte Krebspersönlichkeit und Stress als Ursache von Krebs). Falsche Vorstellungen von einem unmittelbaren ursächlichen Zusammenhang bedeuten für Patienten erhebliche Belastungen, führen zu eigentlich gar nicht gewollten und nicht sinnvollen Veränderungen der Lebensumstände oder sogar zum Scheitern von Lebensentwürfen. Die Psychoonkologie bietet Informationen und Behandlungen für den Patienten und Techniken für Behandler, um zum Therapieerfolg beizutragen. Sie bezieht Überlegungen aus der Dimension „Geist“ ein, um mit den Patienten einen Weg zu finden, die ungeheuere Diagnose „Krebs“ zu „ertragen“. Der Wunsch, Zusammenhänge zu verstehen, zu begreifen, was geschah, geschieht, was geschehen wird, ist ein ureigenst menschlicher Zug, der zu einem tragenden Therapieelement werden kann. Verstehen hilft gegen Angst. Ein zentraler Begriff in diesem Zusammenhang ist der Begriff der „Kohärenz“, also des Gefühls des Patienten, dass alles in einem, wie auch immer ihm verständlichen Zusammenhang steht und das er diesen Zusammenhang nicht nur sieht, sondern auch, zumindest in Eckpunkten, beeinflussen kann. Dies ermöglicht mir, den Patienten aktiv an der Behandlung zu beteiligen und erschließt mir zusätzliche Behandlungsmöglichkeiten. Die Einbeziehung des Themas Seele in die Therapie bedeutet, dass ich mich als Arzt nicht nur dem körperlichen Beschwerdebild meines Patienten zuwende, sondern gleich mit der Kontaktaufnahme und dann über die gesamte Behandlungsdauer versuche, seine Motive und Beweggründe zu verstehen, sein Empfinden nachzuvollziehen und ihm mit einer Empathie entgegenzukommen, die eine tragfähige Arzt-Patientenbeziehung ermöglicht.
Naturheilkunde
in der
Onkologie
– oft eingeleitet mit der Frage: Hier verbirgt sich die Frage des Patienten nach der Möglichkeit der Eigenverantwortung, Eigenkompetenz, des Selber-Aktiv-Werdens. Fachlich wurde hierfür der Begriff „Salutogenese“ geprägt, bei dem es nicht nur darum geht, körperliche Beschwerden zu lindern, sondern wirklich wieder einen Zustand der eigenen Kräfte und der Gesundheit herzustellen, der auch erreichbar ist, wenn der Patient nach objektiven medizinischen Maßstäben gar nicht „gesund“ ist, die Krankheit aber für ihn in einem Ausmaß besteht, das eine gute Lebensqualität birgt. Die Frage „was kann ich sonst noch tun?“ ist eine Probe für die Arzt-Patientenbeziehung. Hiermit meine ich weniger, dass heute Ärzte noch Angst vor kompetenten Patienten haben. Die Frage zielt oft in Richtung der „nicht schulmedizinischen“, nicht wissenschaftlichen Therapiewege und löst damit beim Arzt die Sorge aus, dass der Patient sich von fundierten Therapiepfaden zu entfernt. Das Feld der „alternativen“ oder „komplementären“ Onkologie ist weit und reicht von ernsthaften naturheilkundlichen Ansätzen über Erfahrungsheilkunde bis hin zu Scharlatanerie. Naturheilkunde wird weitestgehend als Erfahrungsheilkunde verstanden. Einzig in der Medizin führt sie noch den Begriff Heil-Kunde. Hierdurch wird deutlich, dass sie emotional besetzt – zumindest für Patienten sehr positiv besetzt ist. Sie grenzt sich von der Schulmedizin ab, obwohl sie auch größtenteils mit Methoden und Substanzen arbeitet, die genauso wirken können und deren Wirkungen überprüfbar und zwar nach wissenschaftlichen Kriterien überprüfbar sind. Naturheilkunde sollte sich aus dem Mythos einer sanften, unschädlichen und für alle Situationen guten Medizin entfernen und sich verstehen als die Suche nach Substanzen und Verfahren, die in der Natur wurzeln, aber in ein Gesamtkonzept der Behandlung eingegliedert werden. Sie ist zum Teil in den Bereich der körperlichen Therapien, zum Teil in den der seelischen einzuordnen. Ganz wesentlich scheint mir an diesem Punkt, dass Schulmediziner wie Naturheilkundler erkennen, dass sie beide auf die gleichen Strukturen beim Patienten einwirken. Ich würde mir wünschen, dass sie gegenseitig anerkennen, dass wenn ihre Behandlungsweisen gut und wirksam sind und an einem gemeinsamen Ort, in einem einzigen Körper wirken, damit neben Wirkungen auch Wechselwirkungen auftreten können und müssen. Naturheilkunde kann angesichts der zerstörerischen Kraft eines Tumors nicht alleine heilen, ist keine alternative, aber eine komplementäre, unterstützende und lindernde Heilkunde. Dies dürfte gleichermaßen auch für die Beziehung zwischen Psychoonkologie, hier als wissenschaftliche Medizin verstanden, und anderen Verfahren, wie z. B. Meditationen gelten. Diese oft unter dem Begriff „spirituell“ zusammengefassten Angebote sehe ich auch als unterstützende komplementäre Methode in der Psychoonkologie, ehrlich in der Selbstbeschränkung – auch sie können nicht allein heilen, aber auch selbstbewusst als wirksamer Teil einer die Kräfte des Patienten unterstützenden Therapie. So wie die Dimensionen Körper, Seele und Geist nicht getrennt werden können, so können die Therapiemöglichkeiten Schulmedizin, Psychoonkologie und Naturheilkunde nicht getrennt betrachtet werden. Sie stellen nicht drei Säulen dar, sondern ein Flechtwerk, das sich zur ganzheitlichen Onkologie verbindet. Dies bedeutet nicht nur, dass alle 3 Elemente irgendwie in einem Therapieplan einfließen, sondern dass jeder Behandler sich dieser Dimensionen bzw. Therapiemöglichkeiten bewusst ist und möglichst auch in jeder Kompetenzen erwerben sollte. Was bedeutet ganzheitliche Medizin für den Arzt? Ich möchte nicht auf die körperliche und seelische Belastung der ärztlichen Tätigkeit eingehen und mich gleich dem Thema Geist und freier Wille zuwenden. Für mich als Arzt bedeutet ganzheitliche Medizin auch selber ganz sein, mittig sein und mit beiden Beinen auf einem sicheren Fundament stehen, meine eigenen Überzeugungen haben. Unsere Kultur hat zwei philosophische Grundgedanken geschaffen, die auch für unsere Tätigkeit als Ärzte entscheidend sind, die uns unsere Tätigkeit als Arzt eigentlich erst möglich machen: S den Respekt vor dem Individuum, als Höhepunkt formuliert in der Vision eines persönlichen Gottes. Hieraus leitet sich ab, dass jeder, der als Patient zu mir kommt, allein alle Rechte hat S die persönliche Freiheit und Verantwortung, die es mir ermöglicht zu handeln und die mich als Arzt nur einem verpflichtet sein lässt: stets das Beste für meine Patienten zu wollen, für jeden einzelnen Patienten. Ärztliche Tätigkeit ist für mich eine Tätigkeit mit einem hohen Sinngehalt, der sich aus der unmittelbaren Arzt-Patienten oder Patienten-Arzt-Beziehung ergibt. Sie bedeutet Verantwortung gegenüber dem Patienten, erst in 2. Linie Verantwortung gegenüber den Kollektiven der Gesellschaft. In der Arbeit mit onkologischen Patienten erhält diese Beziehung eine ganz besondere Tiefe, bei der nicht nur der Patient Empfänger ist. Wie viel lernen wir Ärzte von unseren Patienten, die wir über kurze oder längere Zeit begleiten dürfen. In Verantwortung findet sich „Antwort“. Antwort bedeutet Kommunikation, bedeutet aktives Begleiten und Führen des Patienten in dem Umfang, in dem er es wünscht. Ganzheitlich zu sein bedeutet auch dann Antworten zu haben, wenn ich nicht mehr heilen kann, auch dann Hoffnung zu geben und nicht inhaltlose Versprechungen oder die Antwort schuldig zu bleiben. Es bedeutet in der Onkologie auch aushalten können mit dem Patienten und bei ihm. Ganzheitlich bedeutet Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit, höchste Ansprüche an Therapieentscheidung und –durchführung, klare Abgrenzung von unehrlichen Versprechen, von Scharlatanerie, entschiedenes Eintreten für Fortschritt, ehrlichen und menschlichen Fortschritt. Der Begriff ganzheitliche Medizin wird heute inflationär gebraucht. Alles, was gut ist, muss ganzheitlich sein. Ich glaube, dass es nicht ausreicht, viele verschiedene Therapien nebeneinanderzustellen, vielmehr kommt es auf eine ehrliche und mit Leben erfüllte Verbindung sinnvoll ausgewählter Elemente an. Ganzheitlich ist kein buntes Sammelsurium aller denkbaren Therapien, sondern eine wohlüberlegte und begründete Konzeption, die auswählt und zusammenfügt. Ganzheitliche Onkologie enthält auch eine gesellschaftliche Dimension und wird damit zur Vision. Ganzheitliche Medizin - 3.) Was bedeutet dies für die Gesellschaft? Wenn im Einzelnen die Beziehung zwischen Arzt und Patient ganzheitlich sein kann und muss, so kann sich daraus ein vielfältiges Geflecht von Ärzten und Behandlern mit Patienten entwickeln. Es bleibt immer die Wahrnehmung des einzelnen Menschen, die individuelle Beziehung zwischen Behandler und Patient als tragendes Element. Diese ganzheitliche humane Medizin ist ein Gegenentwurf zu kollektiven Bestrebungen, die unter dem angeblichen Druck von knapper werdenden Ressourcen drohen, Überhand zu nehmen. Will sie Vision sein, muss sie sich der Frage nach Realisierbarkeit stellen. Wo - wenn nicht in der individuellen ganzheitlichen Arzt-Patienten-Arbeit können Ressourcen wirklich sinnvoll und damit sparsam und für die Gesamtheit sinnvoll eingesetzt werden? Damit eröffnet eine ganzheitliche Medizin die Möglichkeit, auch in unserem immer fortschrittlicheren Gesundheitswesen Zukunft zu gestalten und nicht zu rationieren. Ganzheitliche Onkologie ist kein Traum, nein, es ist eine Vision, die wir gemeinsam mit unseren Patienten Wirklichkeit werden lassen. Mit ganzheitlicher Onkologie reden wir von etwas, dessen Bedeutung klar, fundiert, wissenschaftlich orientiert und gleichzeitig ganz auf den Menschen zentriert ist. Dadurch geht von dieser Vision eine Kraft aus, die auch starken Angriffen entgegentreten kann. Lassen Sie uns nicht von einer Zukunft träumen, sondern unser Hier und Jetzt gestalten. Lassen Sie uns unsere Vision leben, heute, in unserer Welt. Ganzheitliche Medizin ist die Vision einer menschlichen Medizin. Es ist unsere Verantwortung, jetzt zu zeigen, dass sie möglich ist.
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